Mosbachs frühere Sozialstrukturen näher beleuchtet

Veröffentlicht am 28.11.2007 in Pressemitteilungen

SPD-Ortsverein Binau schloß Jahresprogramm mit Nachtwächter-Wanderung ab

Binau. (rt) Mit einem ausgezeichnet besuchten Nachtwächter-Stadtrundgang durch die Altstadt von Mosbach schloss der SPD-Ortsverein Binau seine Jahresaktivitäten ab. Als sachkundiger Stadtführer und Nachtwächter trat dabei Ortsvereinsmitglied Peter Wendel auf , der den interessierten Binauer SPD-Mitgliedern nicht nur die historischen Gebäude mit dem jeweiligen geschichtlichen Hintergrund näher brachte, sondern auch gleich noch die sozialen Strukturen im früheren Mosbach einbrachte.

Der SPD-Ortsverein Binau hat es sich zur Aufgabe gemacht, neben den klassischen örtlichen und regionalen politischen Gegebenheiten und Visionen auch historische Zusammenhänge der abwechslungsreichen Geschichte der Sozialdemokratischen Partei und Sehenswürdigkeiten in Bauland, Kraichgau, Odenwald und Kurpfalz ins Jahresprogramm aufzunehmen. So folgte auf den letzten Besuch im Römermuseum in Osterburken nun die Nachtwächter-Führung durch die Mosbacher Altstadt.

Peter Wendel gelang es wieder optimal, auch gewürzt mit Anekdoten, das Leben im mittelalterlichen Mosbach und zu Beginn des vorigen Jahrhunderts aufleben zu lassen. Dabei fiel auf, dass bei aller Armut, bei allen sozialen Konflikten diese Zeit vor knapp 100 Jahren noch reicher an Mosbacher Originalen war als unsere heutige schnelllebige Zeit. Angesprochen wurde das jahrzehntelange friedliche oder zumindest konfliktarme Nebeneinander von Katholiken, Protestanten und jüdischen Mitbewohnern, die enge Zusammengehörigkeit von Handwerksberuf und Wohnstätte und das deutliche Auseinanderklaffen von Unter- und Oberschicht. Auch der Polizeidiener von damals war noch eine Respektsperson, mit der man dennoch so manchen Schabernack trieb. Auch die Bedeutung des durch Mosbach fliessenden Kandels, der von zwei Quellen gespeist wurde, und dabei gleich mehrere Mühlen antrieb, lebte wieder auf. In der Blütezeit der Brauereien in Mosbach konnten die Bewohner unter immerhin 13 Brauereien wählen.

Einen besonderen Teil nahm bei der Stadtführung die - wenn auch nur kurze - Zeit Mosbachs als ‚Pfalz Mosbach’ im 15. Jahrhundert und die seit 1708 bestehende Trennung der Stiftskirche in einen evangelischen Teil mit Turm und einen katholischen Teil ein. Dass man im nächsten Jahr, also nach 300 Jahren, wieder an eine Teilöffnung der Trennmauer denkt, wird nach der mehrheitlichen Meinung der Teilnehmer der bestehenden kirchlichen Trennung allein wenig positive Impulse geben können, wenn die Trennung in den Köpfen dabei nicht auch aufgehoben wird.

Mit einem Weg vom früheren Stadttor im Westen, dem Untertor, zum Obertor am Ludwigsplatz und der Stadtmauerbesichtigung mit dem Schalenturm in der äußersten Verteidigungsmauer und dem Pfalzgrafenschloß rundete sich dieser Abendrundgang ab. Der Binauer SPD-Ortsvereinsvorsitzende Gerd Teßmer und seine Stellvertreterin Marika Haupt brachten bei ihrem Dank an Peter Wendel auch zum Ausdruck, dass so mancher Mosbach-Kenner nun die Kreishauptstadt mit anderen Augen sehen werde. Bei einem zünftigen Abschluss hoch über Mosbachs Dächern in der Türmerwohnung konnte noch manche Anekdote angehört und das Gesehene und Gehörte im Gespräch vertieft werden.


Eine große Zuhörerschar vom Binauer SPD-Ortsverein folgte der Einladung von Gerd Teßmer und Peter Wendel zu einer Nachtwächterführung durch alte Mosbach. Mit viel Historischem und Aktuellem wusste ‚Nachtwächter’ Peter Wendel seine Zuhörerschaft zu in seinen Bann zu ziehen. Die Nachtwanderung führte vom früheren Untertor zum Obertor am Ludwigsplatz mit Halt im katholischen und evangelischen Teil der seit 1708 geteilten Stiftskirche (Foto)

-rt-

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