Frauen, Literatur und Politik – eine anregende Mischung

Veröffentlicht am 27.11.2007 in Pressemitteilungen

Heidersbach: Einen angeregten Novemberabend erlebten die Frauen beim Literatur- und Frauencafé der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in der Heidersbacher Mühle.

Beate Köpfle erzählte und las aus dem Leben von drei Frauen, die alle vor genau hundert Jahren geboren wurden: die wenig bekannte Literatin Mascha Kaléko, die im heutigen Polen geboren wurde, die seit dem gleichnamigen Film vielen bekannte mexikanische Malerin Frida Kalho und die berühmte Schwedin Astrid Lindgren. Es war für alle Anwesenden beeindruckend und faszinierend, wie diese Frauen ihr meist nicht ganz einfaches Leben gemeistert und was sie geschaffen haben. Die Lesung endete in einer lebhaften Diskussion über das Gehörte und darüber, warum Frauen, die Außerordentliches geleistet haben trotzdem nur selten berühmt sind. Beate Köpfle behielt völlig recht mit ihrer Behauptung, dass keine der Anwesenden auf Anhieb zehn bedeutende Schriftstellerinnen, zehn bedeutende Musikerinnen oder zehn bedeutende Physikerinnen nennen könne. Und das liegt wahrlich nicht daran, dass es diese Frauen nicht gibt. Alleine im Bücherregal der Referentin finden sich weit über hundert Frauenbiographien: Stoff für noch viel graue Novemberabende. Die Literaturfreundinnen nutzten das Treffen, um dann noch spontan jede Menge Insiderinnen-Tipps auszutauschen: wo man in Paris Spuren berühmter Schriftstellerinnen finden kann, in welchem Radiosender und wann man Literaturlesungen hören kann und welche Hörbücher empfehlenswert sind.

Im Anschluss an die Kultur folgte die Politik. Die AsF-Kreisvorsitzende Ursula Hammer informierte über Neuigkeiten aus dem Kreistag und der Landespolitik. Auch hier wurde heftig diskutiert. Bei aller Freude darüber, dass auch der Neckar-Odenwald-Kreis von der verbesserten wirtschaftlichen Lage profitiert, wurde doch bedauert, dass gerade im Schulbereich im Kreis weiterhin ein ganz großer Nachholbedarf besteht und dass die diesbezüglich im Rahmen der Verabschiedung des Kreishaushaltes beschlossenen Maßnahmen nicht mehr als ein bescheidener Anfang sein können. Auch über die Notwendigkeit der sogenannten Transversale, die Buchen und Walldürn an die A81 anschließen soll, wurde noch einmal diskutiert. Die Stimmung war ähnlich wie im Kreistag. Trotz Bedenken überwog die Zustimmung zu dem Projekt. Einigkeit und Unverständnis herrschte dagegen bezüglich der Bildungspolitik des Landes. Gerade hat die Regierungsmehrheit im Landtag ein Gesetz mit dem schönen Titel "Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes in der Jugendarbeit" verabschiedet. Das Gesetz regelt die Freistellung ehrenamtlich tätiger Personen in der Jugendarbeit neu. Leider handelt es sich bei dem Gesetz um eine Mogelpackung. Während die bisherige Regelung 12 Tage Sonderurlaub vorsah, sieht die neue Regelung nur noch 10 Tage Sonderurlaub vor. Für Auszubildende sind gar nur 5 Tage Sonderurlaub vorgesehen. Da ist es ein schwacher Trost, dass jetzt auch 16- und 17-jährige von der Regelung profitieren können. Tatsächlich sind nämlich die meisten Auszubildenden, die als Ehrenamtliche in der Jugendarbeit tätig sind über 18 und die trifft die neue Regelung besonders hart. Die vielen Proteste gegen die Einschränkungen der ehrenamtlichen Tätigkeit im Jugendbereich verhallten aber ungehört. Die Wünsche der Arbeitgeberverbände gingen wohl vor. Das ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass es sich bei der Freistellung um unbezahlten Sonderurlaub handelt, der nur dann gewährt werden muss, wenn keine dringenden betrieblichen Belange entgegenstehen. Das Gesetz zeigt einmal wieder, dass es sich bei den vollmundigen Wahlversprechen und Werbeslogans der Landesregierung zum Thema Ehrenamt und Kinderland Baden-Württemberg wohl nur um Lippenbekenntnisse handelt. Es wird höchste Zeit, dass den Versprechungen der Landesregierung im Bereich Jugend und Bildung Taten folgen.

Die nächste Veranstaltung der AsF wird voraussichtlich im Februar ein Besuch auf dem Ferienhof Pfeiffer in Bödigheim sein, wo es um Unternehmerinnen im Tourismus gehen wird. Und auch ein Literaturcafé wird es im nächsten Jahr voraussichtlich wieder geben. Wer neben der Ankündigung in der Presse eine persönliche Einladung möchte, kann sich in der SPD-Geschäftsstelle in Mosbach 06261/5741 melden.

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