Schulversuche
Schulversuche
(Vorlagen K15/2011; K16/2011; K 17/2011)
Als die Enquetekommission „Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft“ am 18.02.2010 ihre erste öffentliche Anhörung abhielt, erwarteten viele von ihr konkrete Handlungsempfehlungen zur Beseitigung der gravierenden Mängel bei der beruflichen Weiterbildung in Baden-Württemberg. „Bildung und Qualifizierung sind der entscheidende Hebel zur Sicherung des Fachkräftebedarfs im Land. Deshalb muss die Weiterbildung zu einer starken vierten Säule des Bildungswesens ausgebaut werden. Hier hat das Land großen Nachholbedarf!“, sagte ein Vertreter des DGB.
Generell deuten verschiedene Studien darauf hin, dass Tätigkeiten für gering Qualifizierte in Zukunft abnehmen werden. Daher ist auch mit einem zurückgehenden Bedarf an solcherart qualifizierten Arbeitskräften zu rechnen. Stattdessen besteht ein zunehmender Bedarf an Fachkräften mit einer breiten Grundqualifikation: Junge Menschen benötigen in der heutigen technologie- und wissensorientierten Gesellschaft eine breite Grundqualifizierung, die sie u. a. auch zum Weiterlernen, zur Lernkompetenz befähigt und ihnen als Sockel für Weiterbildung und lebenslanges Lernen dienen kann.
Deshalb ist es unserer Meinung nach richtig und wichtig, dass, wie in den Tagesordnungspunkten 9 und 10 beschrieben, die Modellversuche „Projektarbeit“ und „Ganztagesförderung am Berufskolleg I“ an unseren beruflichen Schulen - Augusta-Bender-Schule Mosbach, Gewerbeschule Mosbach, Ludwig-Erhard-Schule Mosbach, Hauswirtschaftliche Schule Buchen -, die wie viele andere berufliche Schulen des Landes hervorragende Arbeit leisten, durchgeführt werden, denn dadurch können die beruflichen Qualifikationen und die Weiterbildung unserer Jugendlichen – was besonders hier im ländlichen Raum wichtig ist - gesichert und optimiert werden. Der kommenden Generation müssen leistungsstarke berufliche Schulen ein vielfältiges und breites Bildungsangebot bieten, das individuelle Bildungswege eröffnet.
Auch die in Tagesordnungspunkt 11 vorgeschlagene Einrichtung einer 2-jährigen Berufsfachschule für Sozialpflege in Teilzeit mit dem Schwerpunkt Alltagsbetreuung an der Augusta-Bender-Schule in Mosbach sowie die Einrichtung einer 2-jährigen Berufsfachschule zum Erwerb von Zusatzqualifikationen mit Schwerpunkt Alltagsbetreuung an der Hauswirtschaftlichen Schule in Buchen halten wir für wichtig, da dadurch Schülerinnen, Schüler, Frauen und Männer nicht nur eine besondere Qualifizierung erhalten, sondern auch wie unter Punkt 11a beschrieben, Schülerinnen und Schüler ohne einen Hauptschulabschluss durch die bestandene Prüfung diesen erwerben. Denn Qualifikationen und Abschlüsse werden immer mehr zu wichtigen Voraussetzungen für den Erhalt des Arbeitsplatzes bzw. für den Einstieg ins Berufsleben. Zukünftig werden Menschen, die keinen Abschluss haben oder sich nicht weiter qualifizieren, nur schwer einen Arbeitsplatz finden oder gar ihren Arbeitsplatz verlieren und sie werden damit zu einem Sozialfall.
Was wir uns wünschen, ist natürlich, dass diese Modellversuche künftig feste Unterrichtsangebote an unseren beruflichen Schulen werden, dass keine Mehrkosten für den Kreis entstehen oder sie sich in einem annehmbaren Rahmen bewegen und dass die neue Landesregierung, die sich im Koalitionsvertrag ausdrücklich für die Umsetzung der Handlungsempfehlungen der Enquetekommission bekennt, nicht nur Lehrerstunden, sondern Lehrerdeputate dafür zur Verfügung stellt.
Die SPD Fraktion stimmt den vorgeschlagenen Beschlüssen der Tagesordnungspunkte 9, 10,11 zu.
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