Fernwärme aus Biomasse für Obrigheim, Binau und den Elzmündungsraum ?

Veröffentlicht am 02.07.2008 in Ortsverein

SPD Binau erkundet Zukunftsperspektiven für das Biomasseheizkraftwerk Obrigheim

Binau. (rt) Guten Anklang fand das Informations- und Besuchsangebot des SPD-Ortsvereins Binau, sich direkt vor Ort beim Biomasseheizkraftwerk Obrigheim zu informieren und sich in die Arbeitsweise dieser zukünftigen „Bio-Strom-Fabrik“ einführen zu lassen.

Der Binauer SPD-Vorsitzende Gerd Teßmer hatte mit dem Geschäftsführer des Biokraftwerks Martin Schnatterbeck eine Besuchsmöglichkeit vereinbart und konnte dazu zahlreiche Binauer Mitbürgerinnen und Mitbürger und Mitglieder des SPD-Ortsvereins Binau begrüßen. Sein besonderer Dank ging an Geschäftsführer Martin Schnatterbeck, der die Binauer Anfrage sofort positiv beantwortet hatte. Schnatterbeck stellte zunächst dieses Kraftwerk vor, das mit der kreiseigenen Abfallwirtschaftsgesellschaft Neckar-Odenwald (AWN) eine gemeinsame Gesellschaft bilde. Privatleute, eine Beteiligungsgesellschaft und die Gemeinde Obrigheim seien weitere Mitinhaber der Anlage. Diese werde mit dem Ziel betrieben, den „Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben und für die Haushaltungen im Kreis eine Energie-Autarkie zu erreichen“. Dafür seien insgesamt 17,5 Millionen € in die Hand genommen worden, um mit Biomasse eine Leistung von bis zu 6,5 Megawatt zu erbringen. Primärer Energieträger werde dabei Holz sein. Habe man die „Kernenergie noch mit vielen Nachteilen wie der Entstehung des hochgiftigen Plutoniums und fehlender Endlagerstätten erkauft“, so befinde man sich jetzt auf dem richtigen Weg. „Wir brauchen eine echte Alternative. Da ist die SPD auf dem richtigen Weg“.
Für die Besucher aus Binau spielten nach der Vorstellung der einzelnen Produktionsabläufe aber besonders mögliche Belästigungen an Lärm und Emissionen eine Rolle. Viele Fragen waren für Martin Schnatterbeck zu beantworten, wie etwa woher und wie das Holz ans Kraftwerk komme, welche Geräusche mit dem Schreddern verbunden seien, zu welchen Zeiten geschreddert werde und was aus dem 32 Meter hohen Stahlschornstein entweiche.
Der Geschäftsführer ging auf alle Zuhörerfragen ein und ließ keinen Einwand unbeantwortet.
Wichtig war dabei zu hören, dass die im Kreis ansässigen beiden Maschinenringe und Landwirte mit Wald in die Holzanlieferung voll integriert seien und auch die Gemeinden zukünftig für ihr Grüngut eine sinnvolle und ortsnahe Verwertung in Obrigheim fänden. Schnatterbeck sagte auch zu, dass Kleinanlieferer aus der Umgebung mit eigenem Grüngut willkommen seien. Allerdings werden keinerlei behandeltes Holz oder Möbel angenommen. Für diese sei Buchens Kraftwerk zuständig und nehme solche Stoffe auch an.
Vom Bedarf her sei man auf einen täglichen Holzverbrauch von 150 bis 180 Tonnen eingestellt, wozu bis zu 12 Lastwagen benötigt würden. Diese würden allerdings nur tagsüber anliefern dürfen. „Nachts wird nicht geschreddert“, war die klare Aussage des Geschäftsführesr auf die Frage nach Nachtgeräuschen. Um die Lärmbelästigung klein zu halten, habe man als Antriebsart einen Elektromotor einem Dieselaggregat vorgezogen.
Positiv aufgenommen wurden die Darstelllungen über den Wasserverbrauch - von maximal 2 qm/h durch einen Wasserkreislauf innerhalb der Anlage - und über die Eigen- und Fremdkontrollen, denen man sich unterziehe..
Durch entsprechende Filter werde der Austritt von Flugasche oder Rostasche vermieden und die verbleibende Asche sei als Baustoff oder Dünger weiterverwertbar, enthalte sie doch keinerlei Holz mehr.
An Arbeitsplätzen und an Strommengen könne das Biomasse-Kraftwerk natürlich nicht mit einem Kernkraftwerk konkurrieren. Es verarbeite aber nur heimische Stoffe wie Grüngut und Holz und dabei sei sichergestellt, dass nicht mehr Holz verbrannt werde als nachwachse. Im Kraftwerk selbst würden 10 Arbeitsplätze entstehen, im direkten Zulieferbereich etwa noch einmal die gleiche Zahl.
Auf viel Interesse stießen dann auch die Zukunftsprognosen von Geschäftsführer Martin Schnatterbeck, der deutlich machte, dass man sowohl Strom wie auch Wärme erzeugen werde. Die Nachfrage entscheide dabei darüber, zu welchen Anteilen Strom bzw. Wärme produziert werde. Wieweit zukünftig im Nahbereich des Biomasse-Kraftwerks, also auch z.B. in Binau und im Elzmündungsraum, statt bisheriger Heizungen mit Erdöl oder Erdgas Heiz-Wärme für Haushalte per Fernleitung aus Obrigheim genutzt würde, hänge von der Bereitschaft einer ausreichenden Anzahl von Hauseigentümern ab. Bei genügender Nachfrage werde das Heizen mit Fernwärme trotz einmaliger Anschlusskosten deutlich preiswerter. Die Kostenentwicklung der fossilen Energieträger mache die Fernwärme schon jetzt konkurrenzfähig und günstiger.

Einige Fragen kursierten in der Neckartalgemeinde Binau über Bauhöhe, Lärmpegel und Emissionen des kurz vor der Fertigstellung stehenden Biomasseheizkraftwerks Obrigheim. Dies nahm der SPD-Ortsvereinsvorsitzende von Binau Gerd Teßmer zum Anlaß, allen interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern eine Vor-Ort-Information in Obrigheim zu ermöglichen. Geschäftsführer Martin Schnatterbeck stand auch für alle Fragen zur Verfügung und erläuterte die einzelnen Abläufe von der Holzanlieferung bis zur Stromerzeugung. Das Foto zeigt Geschäftsführer Martin Schnatterbeck, den Binauer SPD-Vorsitzenden Gerd Teßmer und die Besucher aus Binau vor dem Biomasseheizkraftwerk Obrigheim mit Binau im Hintergrund.
rt

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