Frauen verdienen mehr - bekommen aber weniger

Veröffentlicht am 26.03.2011 in Arbeitsgemeinschaften

Anlässlich des Equal Pay Days am 25. März erklärt die ASF-Kreisvorsitzende Ursula Hammer: „Deutschland gehört zu den Spitzenreitern in vielen Bereichen, leider auch beim Lohngefälle zwischen Frauen und Männern.

Größer sind die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede innerhalb der europäischen Union nur noch in Estland, Zypern und der Slowakei. Und der Abstand wird nicht kleiner, sondern wächst zunehmend, von 24 Prozent im Jahr 2008 auf 28 Prozent, in Baden-Württemberg sogar auf 28,5 Prozent. Als Erklärung dienen zwar häufig die Teilzeitarbeit und die Niedriglohnbranche, in der überwiegend Frauen beschäftigt sind. Aber selbst beim Stundenlohn liegen die Löhne von Frauen hinter denen von Männern. Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung beträgt sogar das Einstiegsgehalt von jungen Akademikerinnen bei gleicher und bei besserer Qualifikation weniger als das ihrer männlichen Kollegen. Ganz abgesehen von den Gehältern in den klassischen Frauenberufen, z.B. in der Pflege oder Erziehung, in denen wesentlich geringere Löhne bezahlt werden als in so genannten Männerberufen.

Das Grundgesetz schreibt vor, dass Männer und Frauen gleich zu behandeln sind. Es scheint jedoch ein weiter Schritt zu sein, „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ in die Tat umsetzen, und zur nicht nur in der Privatwirtschaft, sondern auch im öffentlichen Dienst, wo gutdotierte Positionen überwiegend mit Männern besetzt sind.

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Baden-Württemberg ruft daher dazu auf, nicht nur den Equal Pay Day am 25.03.2011 zu unterstützen, sondern sich endlich mehr für die Abschaffung dieser Ungerechtigkeit einzusetzen. Dazu müssen nicht nur flächendeckend eine ausreichende Kinderbetreuung und die „Quote“ eingeführt werden, sondern es muss über das gesamte Entlohnungssystem grundlegend nachgedacht werden. Soziale Berufe müssen so bezahlt werden, dass eine Familie davon ernährt werden kann. Männer müssen mehr in die Familienarbeit einbezogen werden und flexible Arbeitszeitmodelle für Männer und für Frauen sollten endlich selbstverständlich werden, um z.B. den Karriereknick für Mütter zu verhindern.“
„Gut ausgebildete Frauen sind für die Zukunft unseres Landes und unserer Wirtschaft überaus wichtig. Daher ist es dringend notwendig, dem zunehmenden Arbeitskräftemangel vor allem in qualifizierten Berufen, durch gerechte Entlohnung und gleiche Start- und Arbeitsbedingungen bei gleicher Leistung für Frauen und Männer, auch im Hinblick auf Familiengründungen, entgegenzuwirken “, unterstrich Gabriele Gramlich. „100 Jahre alt ist der Weg zur gleichberechtigen Teilhabe“, ergänzte Dr. Dorothee Schlegel, „für ein high tech-Land etwas zu langsam, vor allem mit eingeschaltetem Rückwärtsgang in Baden-Württemberg.“

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