wahrgenommen - wir fragen nach - AWN

Veröffentlicht am 19.05.2026 in Kreisverband

v. l. n. r.: Markus Dosch (Co-Kreisvorsitzender,) Dr. Mathias Ginter (Geschäftsführer AWN), Dr. Dorothee Schlegel (Co-Kreisvorsitzende), Alexander Weinlein (Kreiskassierer)

Der Besuch bei der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar‑Odenwald‑Kreises (AWN) in Buchen im Rahmen der SPD‑Reihe „wahrgenommen - wir fragen nach“ bot einen eindrücklichen Blick hinter die Kulissen regionaler Abfallwirtschaft.

Von der AWN begrüßte Geschäftsführer Dr. Mathias Ginter die Gäste und Martin Hahn, Leitung AWN-Unternehmenskommunikation, führte die Interessierten über das Deponie-Gelände.

Der SPD-Co-Kreisvorsitzende Markus Dosch interessierte sich besonders für die Technik, Konzepte und Perspektiven eines Unternehmens, das weit mehr ist als eine klassische Entsorgungsfirma. Mathias Ginter erläuterte, wie Deponiebetrieb, Energiegewinnung und neue Verwertungsstrategien zusammenwirken, um Rohstoffe zurückzugewinnen und Klimaschutz mit regionaler Wertschöpfung zu verbinden.

Die Kreismülldeponie Sansenhecken, die bereits 1983 in Betrieb ging, kann mit der aktuellen Genehmigung noch dreißig bis vierzig Jahre betrieben werden. Diese nüchternen Fakten zeigen, dass Deponien auch künftig Teil der regionalen Infrastruktur bleiben werden, zugleich aber modern betrieben und ökologisch begleitet werden müssen.

Im Gespräch wurde deutlich, dass die AWN ihre Aufgaben nicht nur in der sicheren Ablagerung sieht, sondern aktiv an der Umwandlung von Abfallströmen in nutzbare Produkte arbeitet. Das Biomassezentrum in Buchen produziert etwa hochwertige Substrate und Humuserzeugnisse wie Terra Preta, und Projekte zur Deponiegasnutzung wandeln Methangas in Strom und Wärme um. Solche Maßnahmen reduzieren Emissionen und schaffen gleichzeitig Energie‑ und Rohstoffpotenziale für die Region.

Besonders zukunftsweisend ist die Beschäftigung mit Bioökonomie. Die AWN prüft und erprobt Konzepte wie die Verwertung organischer Reststoffe mittels der Schwarzen Soldatenfliege, aus deren Larven Proteine für Tierfutter und Chitin für industrielle Anwendungen gewonnen werden können. Solche Ansätze erhöhen die Wertschöpfung aus Abfällen und zeigen, wie Kreislaufwirtschaft praktisch funktionieren kann.

Die AWN ist zugleich ein bedeutender Arbeitgeber in der Region. Rund 150 Mitarbeitende, entsprechend etwa 110 Vollzeitäquivalenten, sorgen für Betrieb, Technik und Beratung. Anteilseigner ist allein der Landkreis. Als Kreisrätin und Aufsichtsratsratsmitglied bestätigte Dr. Dorothee Schlegel, dass die Arbeit der AWN konstruktiv begleitet werde und politische Querelen bislang ausgeblieben seien. Dies sei laut Mathias Ginter ein Hinweis darauf, dass die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und Betrieb in der Region funktioniere.

Erfreut war der SPD-Kreiskassierer Alexander Weinlein darüber, dass die AWN eine breite Dienstleistung von Informationen zur Abfallvermeidung über Preis‑ und Leistungsübersichten bis hin zu Formularen und Beratung durch ein spezialisiertes Team anbiete. Die Angebote erstrecken sich von Annahmestellen, Bodenaushubentsorgung bis zu speziellen Services für Unternehmen, was die AWN als Ansprechpartner für gewerbliche Entsorgungslösungen positioniert.

Markus Dosch bedankte sich für den Rundgang und dass die SPD zu Besuch sein durfte, und lobte die AWN für zukunftsgerichtete und innovative Abfallwirtschaft.

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