„Dahan do uelkum“ (Guten Tag) und willkommen in „Klein Afrika“

Veröffentlicht am 20.04.2012 in Pressemitteilungen

SPD-Delegation mit MdL Georg Nelius als Ehrengäste in „Little Afrika“

Zur Neu-Eröffnung eines auf die Spezialtäten des ostafrikanischen Staates Eritrea fixierten Restaurants trafen sich als geladene Ehrengäste MdL Georg Nelius, Oberbürgermeister Michael Jann und MdL a.D. Gerd Teßmer bei Familie Bianchi in Diedesheim in der Hauptstraße.

Empfangen wurden sie nicht nur mit einem Begrüßungstrunk, sondern mit dem starken Duft echten Eritrea-Kaffees, der vor den Gästen frisch geröstet und serviert wurde.

In Europa ist außer der Tatsache, dass Eriträer in den 80er Jahren vor den Äthiopiern nach Deutschland flüchteten, wenig bekannt. Aber das ab 1889 von den Italienern als „Kolonie Eritrea“ verwaltete Land, verdankt dieser Zeit vor allem in der Hauptstadt Asmara zahlreiche markante Gebäude und eine Universität. Nach der kampflosen Aufgabe der italienischen Kolonialherrn 1941 besetzten die Briten das Land bis 1952, ohne etwas für die Entwicklung der Infrastruktur zu tun. Ab 1952 geriet dann Eritrea gänzlich in Vergessenheit der Weltgeschichte, als Äthiopien es besetzte und annektierte. Nach langen und blutigen Freiheitskampf, der dieses ohnehin schon karge und wasserarme Land gänzlich ausblutete, gelang es der eriträischen Befreiungsarmee EPLF (Eritrean People’s Liberation Front) die Unabhängigkeit von Äthiopien zu er4kämpfen. Seit ist es eine selbständige Republik mit Asmara als Hauptstadt und dem wichtigen Roten-Meer-Hafen Massaua.

Im „Little Afrika“ in Neckarelz kann man die Küche Eritreas entdecken - Schöner Biergarten im Hof
Afrikanischer Gaumen für badische Genießer

(lin). Von mild bis scharf reiche seine Geschmackspalette, gestand Oberbürgermeister Michael Jann, der sich kulinarisch gern aufgeschlossen für Neues zeigt. Am Samstagnachmittag vergangener Woche traf er sich mit den beiden SPD-Landtagsabgeordneten, a.D. und amtierend, Gerd Teßmer und Georg Nelius, am „Mosob“, dem rundgeflochtenen Tisch der Ertreäer, um das für das ostafrikanische Land typische Fladenbrot zu versuchen. Aus Teffmehl und Sauerteig gebacken stellt Ingera nicht nur die Beilage zu einer Vielzahl von Soßen-, Fleisch- und Gemüsegerichten dar, „das frische und weiche Brot ist gleichzeitig das Besteck“, erklärt Gloria Bianchi, die zusammen mit ihrer Familie das Spezialitätenrestaurant in der Heidelberger Straße führt.
„Little Afrika“ haben die Bianchis das sorgfältig und von Grund auf renovierte Lokal genannt, das auf der Hofseite über einen schönen Biergarten verfügt. Den einen bedeute es wohl Heimat, den anderen ein Stück fremdes Afrika, vermutete die prominente Runde, ein Stück gelungene Integration sei es aber in jedem Fall, war sie sich einig. Tatsächlich weise der Name „Little Afrika“ auf den kleinsten Teil Afrikas hin, nämlich das Horn von Afrika, das ethnisch gesehen völlig eigenständig und vom Schicksal immer wieder heftig gebeutelt worden sei, wie Gerd Teßmer wusste.

Gegessen wird gemeinsam

Seit 1980 jedenfalls ist Mosbach für Giovann Bianchi zur zweiten Heimat geworden. Hier hat er Arbeit gefunden, hier sind seine Kinder aufgewachsen. Seit vielen Jahren begeistern er und seine Familie die Neckarelzer Kerwe Besucher mit leckeren Probierplatten aus der Heimat Eritrea, haben sie Gastronomie-Erfahrungen am Bistro am Kino gesammelt.
Gut aufgenommen fühle sie sich, sagt Gloria Bianchi zufrieden und verteilt frischgerösteten Kaffee in winzigen Porzellantassen. Ihr Mutter Ogbmariam Goitom ist für die Küche zuständig. Zusammen mit einer Schwiegertochter zaubert sie die Gerichte aus Rind- Hühner- und Lammfleisch. Je nach Geschmack gewürzte Soßen aus Fisch und Kichererbsen kommen auf den Tisch. Reis und Couscous werden serviert. Kardamom, Ingwer, Chilipulver und natürlich der Kaffee kommen direkt aus Eritrea und laden im „Little Afrika“ zur Entdeckung neuer Geschmackswelten ein. Das Fleisch beziehen die Bianchis vom örtlichen Schlachter, das Gemüse stammt aus der Region. Alle Gerichte werden stets frisch zubereitet und sind frei von Konservierungsstoffen.

Gastfreundschaft

Aus der alten Heimat stammen auch einige Möbel und nahezu die gesamte Dekoration. Bambusmatten an den Decken, Zebrastreifen an den Türen und Palmblätter an den Wänden tun das Ihrige, damit Hüttenzauber aufkommt und ein echtes Afrika-Feeling entsteht.
Das „Little Afrika“ kennt keinen Ruhetag und ist von 9 bis 14 Uhr und von 17 bis 23 Uhr, am Wochenende bis 24 Uhr geöffnet.


Spezialitäten aus Eritrea sorgen für ein völlig neues Geschmackserlebnis - Gerd Teßmer, Michael Jann und Georg Nelius zählten zu den ersten Gästen im „Little Afrika“. Abgeordnete und Oberbürgermeister wünschten der Großfamilie Bianchi guten Besuch und wirtschaftlichen Erfolg.
Foto: lin


Zur Erleichterung, wo Eritrea liegt, trägt die gesamte Belegschaft T-Shirts mit der Lage von Eritrea in Afrika auf dem Rücken.
Foto: rt


Eriträischer Kaffee, eine Zeremonie leitet jede Kaffeerunde ein.
Foto: rt

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