SPD-Delegation beim Richtfest des Obrigheimer Biomassekraftwerk – Stärkung für den Elzmündungsraum
Elzmündungsraum. (rt) Im Rahmen des offiziellen Richtfestes für das Biomasseheizkraftwerk Obrigheim waren auch Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion zur neuen Anlage an den Neckar gekommen.
Der SPD-Landtagsabgeordnete und Kreisrat Georg Nelius wurde dabei von Gerd Teßmer, Rainer Schäfer, Karlheinz Graner und Herbert Kilian begleitet.
Der Geschäftsführer der Anlage Martin Schnatterbeck führte seine Gäste durch die Verwaltungsbauten und die nun im Rohbau stehende Anlage und erläuterte sowohl die Zeitvorgaben für das weitere Vorgehen, wie auch die Arbeitsweise dieser Art von Stromgewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen.
Kreisrat Georg Nelius, MdL, ging es dabei um die Laufzeit und die Einhaltung der prognostizierten Kosten. Da bleibe man wohl im Ansatz und sei bisher ohne jeden Unfall geblieben und habe mit den heimischen Planungs- und Baubetrieben gute Erfahrungen gemacht. Insofern bedeute dieses Heizkraftwerk eine Stärkung des ländlichen Raumes, ohne allerdings an die Größenordnung eines Atomkraftwerkes heranzukommen. MdL Georg Nelius hatte zuvor in seinem Grußwort deutlich gemacht, dass es Sozialdemokraten waren, die vor über 6 Jahren schon einen Antrag zum Bau eines Heizkraftwerkes mit nachwachsenden Rohstoffen aus dem Bauland-, Odenwald- und Kraichgau-Raum einbrachten. Damals setzte die übermächtige Union im Kreis jede Art von Strom aus nachwachsenden Rohstoffen noch ab, inzwischen halte man das vom Landrat gesetzte Ziel der Energie-Autarkie ab 2010 für alle Haushalte im Kreis für erreichbar.
Kreisrat Gerd Teßmer fragte nach der Einhaltung von Lärm-Emmissionswerten bei Dauerbetrieb der Anlage und den Auswirkungen auf die nahen Wohngebiete. Hier betonte Geschäftsführer Martin Schnatterbeck, dass man sich an die festgesetzten Lärmwerte zu halten habe und bei Bedarf auch zu Nachrüstungen bereit zu sein habe. Im Weiteren antwortete GF Schnatterbeck auf eine weitere Frage von Kreisrat Teßmer, dass nicht daran gedacht sei, reines Gras wegen seiner möglichen Hitze-Entwicklung in der Anlage zu verbrennen, sondern auf gutsortiertes Grüngut der Gemeinden mit bis zu 50% Wassergehalt und Holz aus der größere Umgebung setze. Kreisrat Karlheinz Graner zeigte sich zufrieden mit der Anmerkung, dass Holz nach Möglichkeit mehrheitlich auf dem Wasserweg antransportiert werden solle.
Ob nun Anfang Oktober die Anlage tatsächlich in den Probebetrieb gehen können, ob die erwarteten Kosten zu halten seien und ob es ab Januar 2009 in Obrigheim heißen könne, „Dampf aus Biomasse marsch“, werde sich noch zeigen. Bisher habe man die ständig wachsenden Materialpreise noch nicht zu spüren bekommen. Hätte man den verbauten Stahl allerdings zu heutigen Preisen kaufen müssen, wäre die Anlage um 800.000 € teurer gekommen.


Mit 485° heißen Wasserdampf wird ab Januar 2009 in Obrigheim Strom aus Biomasse erzeugt. Der Rohbau steht und wurde dieser Tage mit einem zünftigen Richtfest gefeiert.
Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion ließen sich diese Informationsmöglichkeit nicht entgehen und ließen sich von Geschäftsführer Martin Schnatterbeck Funktionsweise und Zeitleiste bis zur Inbetriebnahme erklären. Das Foto zeigt die SPD-Kreisräte MdL Georg Nelius, Karl-Heinz Graner und Gerd Teßmer mit GF Martin Schnatterbeck und den Rohbau des Biomasseheizkraftwerks Obrigheim.