Die gemeinsame Besichtigung wichtiger kommunaler Projekte in Adelsheim und Sennfeld und der Informations- und Meinungsaustausch über politische Entscheidungen waren der Anlass zu einem Besuch des SPD- Landtagsabgeordneten Georg Nelius, zu dem auch die Kandidatinnen und Kandidaten der SPD für die Gemeinderatswahlen eingeladen waren.
In ihrer Begrüßung stellten die Vorsitzenden der Kreistagsfraktion und der Gemeinderatsfraktion Heide Lochmann und Ralph Gaukel fest, dass in Adelsheim in den letzten Jahren wieder eine Reihe von Bauprojekten auf den Weg gebracht wurden, die mit Bundes- und Landesmitteln gefördert werden und der Verbesserung und Erweiterung des schulischen und kulturellen Lebens in Adelsheim dienen.
Bürgermeister Klaus Gramlich gab seiner Freude über das Interesse des MdL Ausdruck und stellte die Vorhaben der Stadt vor: So seien der Ausbau der Martin-von-Adelsheim-Schule und das nun kurz vor der Vollendung stehende Kulturzentrum die beiden auch finanziell wichtigsten Bauten der letzten Jahre.
Wie der Ausbau der Schule zu einer Ganztagsschule mit Mensa und neuem Sportplatz für die Kinder, so sei das Kulturzentrum als weiterer Mittelpunkt für die Bürger und als Stadtbild prägendes Projekt von besonderer Bedeutung. Kandidaten und Fraktionsmitglieder bestätigten diese Auffassung einhellig und besonders Bernd Hofmann und Friederike Madinsky, die das ehemalige Jugendhaus noch aus eigener Erfahrung kannten, zeigten sich erfreut über die Baufortschritte.
Bgm Gramlich berichtete kurz über die Geschichte des früheren „Adamschen Schlösschens“ und ehemaligen Bezirksamtes und zeigte die wichtigsten Probleme beim Umbau auf: So seien die meisten der alten Balken im Haus leider nicht mehr tragfähig und die zuerst vorgesehene vorsichtige Sanierung des Gebäudes mit Erhalt vieler schützenswerter Details nicht möglich gewesen. Das habe natürlich zu zeitlicher Verzögerung und zu Kostenerhöhungen geführt. Nun freue man sich aber auf die baldige Einweihung eines schönen und funktionstüchtigen Baus. Georg Nelius zeigte sich beeindruckt von dem Gebäude, gratulierte dem Gemeinderat der Stadt Adelsheim zu seinen mutigen Entscheidungen und bedankte sich beim Stadtoberhaupt für die aufschlussreichen Ausführungen.
Eine weitere Besichtigung stand im Stadtteil Sennfeld an: Die ehemalige Synagoge, die heute das Heimatmuseum Sennfeld und eine jüdische Gedenkstätte beherbergt.
Der Leiter der Gedenkstätte Reinhart Lochmann informierte über die wechselhafte Geschichte des Gebäudes und zeigte bei einem kurzen Rundgang seine vielfältigen dokumentierten Nachforschungen und die wichtigsten Einrichtungen auf. So besitzt die ehemalige Synagoge Sennfeld die einzige noch Wasser führende Mikwe (rituelles Bad) im Neckar-Odenwald-Kreis und eine erst vor kurzem geöffnete Genisa. Der ehemalige Beetsaal dient heute als Ausstellungsraum und die ehemalig Frauenempore als Heimatmuseum.
Nach einfachen Renovierungs – und Erhaltungsmaßnahmen in den 90ger Jahren sollte nun, zur Dämpfung von Heizkosten, eine Dachsanierung durchgeführt werden und dabei der Dachboden zu einem Dokumentationszentrum für Jüdische Geschichte umgebaut werden. Bei den Voruntersuchungen wurde deutlich, dass dieses Vorhaben den Etat der Stadt überschreitet. Deshalb wurde ein Antrag auf Mittel aus dem ELR Programm gestellt, der nun auch positiv entschieden wurde. Stadtrat Siegfried Karrer und Alfred Bischof als Vorsitzender des Heimatvereins bedankten sich bei R. Lochmann für die umfangreiche Arbeit und gaben dem Abgeordneten Nelius die Bitte mit, die Vorhaben auch auf Landesebene weiterhin kräftig zu unterstützen.