
Die SPD Buchen hat in ihrer Reihe „wahrgenommen - wir fragen nach“ die Fahrschule Fuhry besucht, um mehr über die Entwicklung der Fahrschule, neue Herausforderungen bei der Ausbildung und mögliche Gefahrenstellen im Buchener Straßenverkehr zu erfahren.
Die Fahrschule Fuhry geht auf eine Übernahme aus der Fahrschule Roos im Jahr 1984 zurück. Heute ist sie mit Standorten in Buchen, Osterburken, Rosenberg und Seckach vertreten. Neben der Ausbildung zum Führerschein für den PKW gehören auch die Ausbildungen zu LKW-Führerscheine, alle Zweirrad Klassen und weitere Qualifikationen zum Angebot. Etwa für Stapler, Hebebühnen und Krane, Bagger-Schulungen finden nach Angaben von Conny Fuhry in den jeweiligen Unternehmen statt. Die Nachfrage sei insgesamt weiterhin ausreichend. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nehme das Interesse am Führerschein jedoch nach Fuhrys Eindruck ab. Auch die Organisation der Ausbildung habe sich verändert. Viele Schülerinnen und Schüler hätten wegen längerer Unterrichtszeiten und viele Hobbys weniger Zeit für Fahrstunden. Die Theorie wird inzwischen häufig per App gelernt. Seit 2021 bietet die Fahrschule nach eigenen Angaben eine theoretische Vorprüfung an. Auch die praktische Ausbildung sei anspruchsvoller geworden. Während früher häufig acht bis zwölf Fahrstunden gereicht hätten, seien es heute eher 20 bis 30. Als Gründe nennt Fuhry den dichteren Verkehr und die größere Vielfalt an Verkehrsteilnehmenden, und weniger Vorerfahrungen sowie wenig aktive Teilnahme am Straßenverkehr vor der Ausbildung z. B. Fahrrad oder im Auto der Eltern. Eine Ausbildung mit Schalt- und Automatikfahrzeugen ermögliche es, anschließend beide Varianten zu fahren. Zu den angekündigten Überlegungen, den Führerschein günstiger zu machen und weniger Fahrstunden vorzusehen, sagte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Markus Dosch: „Die Reform ist zu kurz gedacht, da Folgekosten und Verkehrssicherheit darin nicht berücksichtigt ist.". Conny Fuhry wolle jedoch zunächst abwarten, welche konkreten Änderungen tatsächlich kommen. Eine mögliche Ersparnis bei der Ausbildung könne nach ihrer Einschätzung an anderer Stelle Folgen haben: „Man spart zwar bei der Fahrschule, aber dafür kann die Versicherung steigen". Auch der Wandel im Straßenverkehr war Thema. Alexander Weinlein, Kassierer der SPD Buchen, fasste die Entwicklung sinngemäß so zusammen: „Es gibt mehr Verkehr als früher, er ist schneller geworden und es sind mehr unterschiedliche Verkehrsteilnehmende unterwegs." Conny Fuhry berichtete außerdem, sie nehme eine zunehmende Aggressivität und Egoismus im Straßenverkehr wahr. Stadtrat Dr. Valentin Hoß ging in der Diskussion auf den Verwaltungsaufwand und die Bürokratie in der Fahrschule ein. Conny Fuhry schilderte, dass Fahrstunden dokumentiert und bestätigt werden müssten und bei geförderten Ausbildungen umfangreiche Nachweise anfielen. Einen Teil der Bürokratie halte sie für überflüssig. Sie koste nach ihrer Einschätzung zwei bis drei Stunden pro Woche. Die regelmäßige Überwachung von Fahrschulen durch das Land sei grundsätzlich sinnvoll, werde aus ihrer Sicht aber stark anhand der Unterlagen geprüft und vorher angekündigt und somit nicht zielführend. Im Gespräch wurden auch Stellen angesprochen, die Fuhry im Buchener Stadtgebiet und im Kreis für unübersichtlich oder verbesserungswürdig hält. Dazu zählen z. B. die Ausfahrt vom Langen Graben zur Ringstraße, die Ausfahrt Buchen-Nord auf die B27, sowie die die neue Vorfahrtsituation an der Marienhöhe. Auch schlecht erkennbare Verkehrszeichen und eingeschränkte Sicht durch Bewuchs erschwere das Autofahren. Ihr Wunsch ist es, dass die Hinweise aus der Fahrschulpraxis jeweils von den zuständigen Stellen geprüft werde.
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