Besuch in der Hauptstadt

Veröffentlicht am 25.08.2008 in Pressemitteilungen

Reisegruppe aus dem Wahlkreis in Berlin – Vier Tage Politik und deutsche Geschichte
Auf Einladung des Heidelberger SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Binding verbrachte eine Reisegruppe aus den beiden Landkreisen Main-Tauber und Neckar-Odenwald drei Tage in Berlin.

Ein Höhepunkt war sicherlich der Besuch im Reichstagsgebäude sowie die Gespräche mit Lothar Binding und der Umwelt-Staatssekretärin Astrid Klug.

Odenwald-Tauber. Kein Termin für Langschläfer: Schon am frühen Morgen sammelte der Bus die Reiseteilnehmer an den vereinbarten Treffpunkten ein, und sicher chauffiert erreichte die Gruppe um 15 Uhr den ersten Termin: Im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ging es vorwiegend um Straßenbauprojekte. Da das Ministerium auch noch eine Außenstelle in Bonn unterhält, gab ein Mitarbeiter per Video-Liveschaltung Auskunft zu aktuellen Fragen und Projekten. Für die Teilnehmer aus dem südlichen Main.-Tauber-Kreis war es dabei interessant zu erfahren, dass in Sachen Südumgehung Bad Mergentheim der Bund seinen Teil getan hat und nun „das Land am Zug ist“, wie der Ministeriumssprecher auf Nachfrage von Kreisrat Günter Breitenbacher sagte.
Für die interessierten Neckar Odenwälder gab es Informationen zur Ortsumgehung Offenau sowie dem in der Planung stehenden Tunnel für die Ortsumgehung Adelsheim.
Nach dem Info-Gespräch im Ministerium ging es ins Hotel, das inmitten des Bezirks Schöneberg gelegen war. Auch der von Bundespresseamt beauftragte Reiseleiter stellte sich vor, und Rolf Eden erwies sich als exzellenter Kenner seiner Stadt, deren Besonderheiten er mit viel Engagement und Sympathie „rüberbrachte“.
Am nächsten Morgen ging es zunächst ins Willy-Brandt-Haus. Die überlebensgroße Bronzefigur im Foyer war ein beliebtes Fotomotiv, und in der Diskussionsrunde konnten die Parteimitglieder auch einmal „Dampf ablassen“. Zum Abschluss konnte auch der Konferenzsaal besucht werden. Da, wo sonst der Bundesvorstand tagt, nahmen die Reiseteilnehmer Platz. Danach gewann die Reisegruppe einen tieferen Eindruck der Metropole Berlin bei einer Stadtrundfahrt. Beim Mittagessen stieß Lothar Binding zu „seiner“ Gruppe. Der Abgeordnete war trotz der Sommerpause nach Berlin gekommen, um die Reiseteilnehmer zu begrüßen und mit ihnen über seine Tätigkeit als Parlamentarier zu diskutieren. Anhand zahlreicher Beispiele vermittelte Binding einen Eindruck von den Aufgaben eines Abgeordneten, aber auch von der Schwierigkeit, „gerechte“ Lösungen für politische Probleme zu finden. Danach ging es zum Reichstagsgebäude. Dass der Bundestag hier seinen Sitz hat, war eine bewusste Entscheidung, und dem Mitarbeiter der Bundestags-Verwaltung gelang es hervorragend, die Beweggründe und historischen Fakten zu vermitteln. Auch die parlamentarischen Gepflogenheiten stellte er verständlich vor. Die Geschichte des Hauses sowie die Anknüpfungspunkte zur deutschen parlamentarischen Geschichte, aber auch den Umbau des Reichstagsgebäudes wurden ebenfalls gut verständlich aufgearbeitet. Die Gelegenheit, vom Dach bzw. aus der gläsernen Kuppel einen Blick auf die Hauptstadt zu werden, ließ sich niemand entgehen. Das obligatorische Gruppenfoto wurde dann ebenfalls auf dem Dach des Reichstages geschossen.
Nach so viel Politik standen zunächst etwas Freizeit und später eine Schifffahrt auf der Spree auf dem Programm. Wer wollte, konnte durchs Brandenburger Tor laufen oder in einem der zahlreichen Straßencafes einkehren. So mancher nutzte die Gelegenheit, einmal im ersten Haus Berlins, dem „Adlon“, einen Kaffee zu trinken oder entlang der neu erbauten US-Botschaft zu flanieren. Bei der anschließenden Bootsfahrt - sie führte auch entlang des Spreebogens - genossen die Reiseteilnehmer den Blick auf die „Bundes-Waschmaschine“ (das Kanzleramt), sowie die anderen Bundes-Gebäude.
Ein weiterer Höhepunkt war zweifellos das Informationsgespräch im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Die parlamentarische Staatssekretärin Astrid Klug unterbrach extra ihren Urlaub, um der Gruppe Rede und Antwort zu stehen. Sie nahm sich dafür viel Zeit, und nur das Termin gebundene Mittagessen konnte verhindern, dass sich das Gespräch in der Ministeriums-Außenstelle am Alexanderplatz auf mehrere Stunden ausdehnte. Angesprochen wurde von Frau Klug nicht nur die vielfältigen Schwerpunkte der Umweltpolitik, sondern auch, wie sich das Ministerium gegenüber den Interessen anderer Ressorts behauptet und so politische Akzente setzten kann. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Staatssekretärin die Probleme überaus verständlich und mit viel Sachinformationen darstellte und dabei auf die Fragen aus der Reisegruppe einging.
Erneut die deutsche Geschichte stand beim Zwischenstopp am Stelenfeld in der Nähe des Reichstages auf dem Programm. Die Gedenkstätte erinnert an die Ermordung von Millionen Juden durch die Nazis und war einst überaus umstritten. Doch wer davorsteht, wird eingenommen von den zahlreichen unterschiedlich großen Stelen. Leider war keine Zeit zum Besuch des angeschlossenen Museums. Ebenfalls beklemmend war der Besuch des Stasi-Haftanstalt Hohenschönhausen. Hier gab ein ehemaliger Stasi-Häftling und Fluchthelfer Auskunft zu den subtilen und menschenverachtenden Methoden von Mielkes „MfS“ – des Ministeriums für Staatssicherheit. Der Gang durch die verschiedenen Bereiche und die Schilderung der persönlichen Erfahrungen ging den Teilnehmern nahe. Karl-Heinz Richter machte deutlich, dass die DDR eine brutale Diktatur war. „Sie haben keinen Krieg angefangen und niemanden aus rassischen Gründen inhaftiert und umgebracht. Aber die Methoden der Einschüchterung und Unterdrückung waren ähnlich wie bei den Nazis“, konstatierte Richter, der durch die von ihm organisierte Flucht einer Gruppe von Oberschülern mit dem „Moskau-Paris-Express“ zum „persönlichen Gefangenen“ von MfS-Chef Erich Mielke wurde.
Danach hatte die Gruppe Gelegenheit, die Hauptstadt zu erkunden. Viele nutzten dies zum Gang ins KDW, wo insbesondere die Feinkost-Abteilung einen Besuch wert war. Die Sonderausstellung „Babylon“ im Pergamon-Museum erwies sich ebenfalls als begehrtes Ziel.
Auch am letzten Tag spielte die deutsche Geschichte wieder eine herausragende Rolle: Beim Besuch der Gedenkstätte „Potsdamer Abkommen“ in Schloss Cäcilienhof wurden die Rollen der „großen Drei“ -Churchill, später sein Nachfolger Attley, Truman und Stalin aufgezeigt. Die Mitarbeiterin der Gedenkstätte erwies sich als hervorragende Kennerin der bisweilen doch schwierigen Materie – die territorialen Folgen für Deutschland und damit verbunden auch die Vertreibung von Millionen Menschen waren nur ein Ergebnis dieser Konferenz. Die dort beschlossene Demilitarisierung Deutschlands wurde schon wenige Jahre später ins Gegenteil verkehrt. Ob Stalin bzw. die Sowjetunion in Europa und die USA im pazifischen Raum zu Siegern des Krieges wurden, wird bis heute in Historikerkreisen heftig diskutiert.
Nach vier wissensbringenden Tagen erreichte die Reisegruppe dann am Freitag Abend wieder Baden-Württemberg. Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion im Main-Tauber-Kreis und der SPD-Kreisvorsitzende Jürgen Graner dankten abschließend auch im Namen der Reisegruppe Lothar Binding für die Einladung nach Berlin und die vier wissensbringenden Tage.

Homepage SPD Neckar-Odenwald

Nächste Termine

Alle Termine öffnen.

29.04.2026, 18:00 Uhr Politischer Stammtisch "Roter Rettich"

30.04.2026, 18:00 Uhr DGB-Vormaiempfang

01.05.2026, 11:00 Uhr SPD OV Waldbrunn-Fahrenbach Maikundgebung